
Aufnahmen aus dem Botanischen
Garten in Wien :
links: Phyllostachys
viridiglaucescens, rechts: Sasa kurilensis, Shibatea kumasasa

Es ist kaum zu glauben, dass es auch in unserem Klima möglich ist,
gar nicht so wenige Bambusarten, vorwiegend aus den Gattungen Phyllostachys,
Fargesia, Sasa, Pseudosasa, Semiarundinaria und Pleioblastus, zu pflegen. Sie sind zwar unserer Flora fremd, aber von eigenartigem Reiz, und ihr wintergrünes Laub wärmt das Gemüt an kalten, trüben Wintertagen.
Warnung : kaufen Sie nicht den überall angebotenen Phyllostachys aurea; er mag in Italien, wo er sichtlich in Massen gezogen wird, die Winter grün überstehen.
Obwohl er bei uns aber schon bei etwas tieferen Temperaturen unter vertrockneten Blättern und geschädigten Halmen
leidet, wird er auch von ernstzunehmenden Baumschulen immer noch als problemlos
und mit einer Winterhärte von -20° empfohlen. Pseudosasa japonica wird ebenfalls oft angeboten und ist auch nicht gerade ein Wunder an Winterhärte; oft trocknen alle Blätter im Winter ab; Abhilfe dagegen : zum Boden niederbinden und mit einem alten Teppich oder Filz abdecken |
rechts : Phyllostachys aureosulcata spectabilis : an Winterhärte kaum zu übertreffen; er überstand
nicht nur ohne Halmschäden, sondern grün und ohne vertrocknete Blätter starken Ostwind bei -23°; auch wochenlanger Bodenfrost wegen fehlender Schneedecke hat ihm nicht geschadet; Besonderheit sind die gelben Halme mit einem grünen Längsstreifen.


links : Phyllostachys aureosulcata aureocaulis ist von gleicher Winterhärte wie die oben erwähnte Art; Besonderheit sind seine leuchtend gelben Halme.

links unten : der Star unter den wintergrünen Phyllostachys- Arten ist Phyllostachys vivax aureocaulis; er macht besonders dicke gelbe Halme mit grünen Streifen und hat bisher im Klima von Wien seit Jahren jeden Winter ohne vertrocknete Blätter oder Halmschäden überstanden.
Sein Ausbreitungsbedürfnis ist allerdings, der Größe entsprechend, enorm.


rechts : Fargesia nitida; sie bildet pilzförmig überhängende Büsche und eignet sich besonders für Solitärstellung (Herkunft : Bot. Garten Linz)
Aufrecht wachsende Formen von Fargesia nitida bilden eine Sommer und Winter undurchsichtige, dichte grüne Hecke und schützen vor Staub. Umweltfreundlicher sind natürlich Hecken aus heimischen Gehölzen, die für Vögel, Schmetterlingsraupen, Igel und anderes Getier wertvolle Lebensräume sind

rechts
und unten: Phyllostachys viridiglaucescens wird noch wesentlich höher, als im Bild zu sehen; hier wächst er ohne Bewässerung und Düngung auf flachgründigem Boden.


rechts: Fargesia denudata
("Pandabambus", in seiner Heimat China Futterpflanze für den Großen Panda) ist
sogar zwischen anderen Fargesien eine Besonderheit. Die stark überhängenden
Halme sind dicht mit kleinen, zierlichen Blättern besetzt; horstbildend und
von breit ausladendem Wuchs; keinerlei Winterschäden.

links: Yushania anceps (Himalaya),
Wuchs aufrecht, dichtbuschig; Halmspitzen überhängend, schmales Laub, Ausläufer.
Gut winterhart.

rechts: eine als Yushania
bzw. Fargesia spec. mit Herkunft Alma Ata erhaltene Pflanze, horstbildend und gut winterhart,
hat zugleich mit den anderen Formen von Fargesia nitida geblüht und gehört daher
ebenfalls diesem Formenkreis an.

links:
Qiongzhuea tumidissinoda (Spazierstockbambus);
die Nodien an den Halmen sind
tellerartig verdickt (siehe unten); Blattwerk grazil, lang und schmal; sehr hübsche Art, aber leider
nur wenig winterhart.


rechts : Indocalamus latifolius ist trotz seiner großen Blätter von erstaunlicher Winterhärte;
die Aufnahme ist nach dem strengen Winter 2002/03
mit -23 C° gemacht; es sind nur unbedeutende Schäden an den Blattspitzen zu sehen.
links : Sasa kurilensis fällt durch seine fächerförmig gespreizten großen Blätter auf und ist ebenfalls
sehr gut wintergrün.

links: Sasa veitchii aus Japan
wird nur einen Meter hoch, wuchert mit der Zeit und ist gut schattenverträglich;
im Winter wird der Rand der vorher sattgrünen Blätter weiß.

rechts : Phyllostachys nuda fällt durch sein kleines hellgrünes Laub auf und ist von ausgezeichneter Winterhärte; die Aufnahme stammt vom Vorfrühling 2003.

Die nächste Aufnahme, wieder der selbe Phyllostachys nuda,
nur etwas älter und noch größer,
stammt vom Frühjahr 2006. Schwierig, wenn man einen so großen Horst nicht
mehr dort haben will. wo man ihn einmal als kleines Stämmchen eingepflanzt hat !
Vor einigen Jahren begannen wir intensiver Bambus zu sammeln. Da der Flächenbedarf verschiedener Arten begrenzt werden muss, können wir alljährlich im April Teilstücke mehrerer etablierter Pflanzen aus unserer Bestandsliste an Bambusarten gegen Tausch oder zu günstigen Konditionen abgeben.Horstbildende Arten, besonders Fargesien, eignen sich sehr gut als immergrüne Hecken (Sicht- und Windschutz, Staubschutz), aber auch als Solitäre mit oft allseitig pilzförmig überhängenden Halmen. Mindestbedarf an Bodenfläche 1 m2.
Die wuchernden Phyllostachysarten bilden als natürliche Wuchsform mit ihren Halmen lichte Wäldchen. Je mehr Fläche zur Verfügung steht, umso dekorativer wirkt die Pflanzung. Mindestplatzbedarf großer wuchernder Arten 10 m2, besser mehr. Im Frühsommer werden zunächst neue Halme gebildet. Später beginnt bei den wuchernden Arten die Bildung von oft meterlangen Ausläufern. Die Ausbreitung kann durch Einsenken von Rhizomsperren in den Boden begrenzt werden. Rhizomsperren sind im Fachhandel erhältliche elastische dicke Plastikbahnen.
Bambus liebt leicht sauren Boden, die meisten Arten wachsen aber noch in etwas basischem Boden zufriedenstellend. Die beste Pflanzzeit, um vor dem Winter eine ausreichende Bewurzelung zu sichern, ist der April. Bambus als wintergrüne Pflanze verdunstet auch im Winter Wasser, daher ist in niederschlagsärmeren Gebieten gründliches Wässern im Herbst und bei offenem Boden auch während des Winters zu empfehlen. Bambus ist allerdings keine Sumpfpflanze und verträgt daher keine Staunässe.
Warnung : steht ein wuchernder Bambus (z.B. Phyllostachys) in der Nähe eines Folienteiches, können Ausläufer die Teichfolie durchstoßen !
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