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Aufnahmen von Tillandsien und ihren Standorten in Peru


 

Peru weist wohl von allen südamerikanischen Ländern die größten landschaftlichen und klimatischen Gegensätze auf. Es hat sowohl Anteil an dem entlang der Pazifikküste gelegenen Wüstenstreifen, als auch an einigen der höchsten Gebirgsmassive der Anden und am Amazonasbecken.

 

rechts und links : diese hübsche kleine Form von T. purpurea mit ganz steifen Blättern und einem Rosettendurchmesser vonT purpurea, 50m,Lima ca. 8 cm fanden wir vor 20 Jahren an einer einzigen Stelle bei der Stadt Pativilca in der Küstenwüste nördlich von Lima
(HR4002, Pativilca, 100 m, Lima).

 

Beim letzten Besuch vor etlichen Jahren gab es dort nur mehr eine großflächige rauchende Mülldeponie.

 

 

 

Von der Küste aus die Gebirgsketten der West- und Ostkordillere über Pässe querend, die nur im Norden des Landes unter 3500 m Höhe liegen, erlebt man Sand- und Felswüste, das von Eis bedeckte Hochgebirge, das grasbewachsene Hochland, den kühlen,T. latifolia, T. purpurea, 100m, Lima feuchten Nebelwald und den tropischen Regenwald. Die kürzeste Fahrt von der Pazifikküste zu den Regenwäldern an den Quellflüssen des Amazonas  ist nur eine Tagesreise und führt von Lima aus über den mehr als 4800 m hohen Ticlio- Pass, dann durch das Minengebiet von La Oroya und die Schlucht des Palca- Tales in die Region Chanchamayo, die nur mehr 900 m hoch im warmen Regenwald liegt.

 


links : eine große Form von T. latifolia und eine sehr kleine von
T. purpurea
in der Küstenwüste nördlich von Lima, 100 m;
ein großer Teil der Bestände der T. latifolia, auch auf den umgebenden Hügeln, war aus ungeklärter Ursache abgestorben (als schwarze Polster im Hintergrund zu erkennen).

 

 T. landbeckii, 50m, Lima, Foto Rutschmann

 

rechts: die peruanischen Formen von T. landbeckii
(-->Diaphoranthema) sind gröber als ihre chilenischen Verwandten,
hier in der Küstenwüste bei Lima (Photo
Dr. Rutschmann);
an der vom Wind abgelegenen Seite der
Pflanzengruppen lagert sich der Sand ab
und es bilden sich dadurch Hügel.



 

 

Das Klima des Küstenlandes wird geprägt durch den Humboldtstrom, eine kalte Meeresströmung, die von der Antarktis kommend nach Norden zieht. Eine Störung der Meeresströmungen im Pazifik verursacht in manchen Jahren das Phänomen des "El Nino", der Ostpazifik erwärmt sich, was unter anderem zu starken Regenfällen an der Westküste Südamerikas führt.
So erzählte uns Frau Dr. Maria Reiche, die wir das Glück hatten, auf unserer Reise 1978 bei den Scharrbildern in Nazca anzutreffen, von ungewöhnlichen, starken Regenfällen
in dieser Gegend in den letzten Jahren.

Dr. Maria Reiche, die aus Dresden stammte und1998 im Alter von 95 Jahren in Peru starb, war die

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechts : Maria Reiche am 9. 8. 1977 im Alter von 74 Jahren auf der Pampa von Nazca, links mit ihren damaligen Helfern, rechts mit ihrem Buch "Geheimnis der Wüste".

 

Entdeckerin der Scharrbilder bei Nazca und hat von 1946 an unter extremen Bedingungen ihr ganzes Leben  der Vermessung und Erhaltung dieses nunmehrigen Weltkulturerbes der UNESCO gewidmet.

 

Der Humboldtstrom bewirkt in den Wintermonaten entlang der Küste die Bildung des sogenannten Garua-Nebels, einer mehrere hundert Meter dicken Wolkendecke über der Wüste und bis weit in die Täler hinauf. 

Das feine Nieseln aus dieser Nebelschicht und in den Sommermonaten ein kühler, feuchter Wind vom Meer her bieten an manchen bevorzugten Stellen in der Wüste und besonders an den niedrigen Vorbergen der Anden einigen besonders angepassten Tillandsien- und Kakteenarten die Möglichkeit zu überleben.

 

Die aus dem Landesinneren zur Küste verlaufenden Täler am Westabhang der Anden sind eigentlich Felswüsten, und die Tillandsien, die hier wachsen, verdanken die benötigte Feuchtigkeit ebenfalls den Nebelwolken, die von der Küste in die Täler hochsteigen. Um diese feinsten Tröpfchen aufnehmen zu können, sind bei vielen Arten, am deutlichsten bei T. tectorum, die Blattschuppen zu Tauzungen verlängert.
 

T. tectorum var. tectorum ist eine der wenigen Arten, die von niedrigeren Lagen in den Küstentälern  bis auf die Höhen der Andenketten aufsteigen;
links : HR23164 im Tal des Rio Huaura, 1300 m, Ancash; rechts unten HR4232 an der Cordillera Blanca, 3300m, Ancash.

 

 

 

 

 

 

rechts : T. tectorum var. tectorum HR2066 bei Huaraz, 3150m, Ancash.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die einzelnen Arten, die in diesem weiten Gebiet des Andenwestabhangs vorkommen, wachsen nicht alle durch- und miteinander, sondern sie sind, so wie auch die Kakteen, an die Bedingungen einer bestimmten Höhenlage angepasst. Die einzelnen Vorkommen sind oft räumlich weit voneinander getrennt, so dass verschiedene Formen einer Art entstehen können, die oft ziemlich voneinander variieren. 

 

T. purpurea mit ihren verschiedenen Formen ist eine Pflanze der Wüste und besiedelt so wie die starrblättrigen und viviparen Formen von T. latifolia höchstens noch die unterste Region der Täler. 

T. paleacea steigt auch etwas höher, aber meist nur bis etwa 500 m.
Darüber gibt es eine Höhenstufe mit T. latifolia var. divaricata, und noch weiter oben einen Höhenstreifen mit T. straminea und T. tectorum.


Ab 3000 m Höhe gesellt sich zu ihnen als eine der häufigsten Tillandsien die recht formenreiche
T. humilis.

 


links : T. latifolia var. divaricata HR23007, Zarumilla, 100m, Tumbes.

rechts : T. straminea HR2099, Rio Crisnejas, 2000 m, Cajamarca.

unten : gelb blühende Form von T. humilis (Syn. aureobrunnea) HR4213, Chavin, 3500m, Ancash; die Blüten bei T. humilis sind meistens braun, duften aber alle sehr angenehm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es kann aber auch vorkommen, dass in einzelnen Tälern die sonst üblichen Tillandsienarten zur Gänze fehlen und dann durch andere, zum Teil endemische Arten (die ausschließlich dort vorhanden sind) ersetzt werden.
Das ist zum Beispiel in einem zur Küste führenden Tal in Nordperu der Fall, das alleine schon durch seine bizarren Felsformationen beeindrucken würde, dem Chancay- oder Santa Cruz- Tal im Departement Cajamarca.

 

 

Dort wachsen in der untersten Stufe T. extensa und die große Felstillandsia T. rauhii und darüber, bis in ca. 1200 m Höhe,
T. heteromorpha
var. rauhii, T. lymannii und die schönste Varietät von T. latifolia mit kompakten Rosetten und breiten, steifen Blättern, nämlich T. latifolia var. leucophylla.

Aus verfestigtem Gesteinsschutt mit aufsitzenden Felsbrocken bestehen die Türme an den Steilhängen am Rio Chancay. Als Aufsitzer auf festem Gestein wächst die polsterbildende T. heteromorpha var. rauhii. Die Einzelpflanzen sind in ihrer Größe und Form recht variabel.

 

 

T. lymannii, 1200m, Cajamarca

 

links: T. lymannii, HR2183, Rio Chancay, 1200m, Cajamarca

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechts : blühende Einzelpflanze von
T. heteromorpha
var
. rauhii HR2181,
Rio Chancay, 1200m, Cajamarca
.

 

 

 

 


 

 

links und rechts unten : T. heteromorpha var. rauhii zusammen mit T. lymannii und dem weißwolligen Säulenkaktus Espostoa lanata.

 

T.heteromorpha, T. lymannii, 1200 m, Cajamarca

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

T. latifolia var. leucophylla, 1200m, Cajamarca

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechts und unten: T. latifolia var. leucophylla HR2186, Rio Chancay, 900m, Cajamarca

 

 

T. latifolia var. leucophylla wurde, so wie die oberhalb abgebildete T. lymannii, ausschließlich im Sta-Cruz- Tal in Nordperu gefunden. Die Pflanzen wachsen auf senkrechten Felsen in einer Höhe zwischen 600 m und 1200 m.

 

Diese Form wächst unheimlich langsam, und es ist anzunehmen, dass auch an ihrem Heimatstandort mit den extrem geringen Niederschlägen die großen Exemplare, wenn sie zur Blüte kommen, mehrere Jahrzehnte alt sind.

T. latifolia var. leucophylla, 1200m, Cajamarca

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wenige Kilometer von einander entfernt wachsen die beiden Formen von T. latifolia.
Auf Felsen (oben) T. latifolia var. leucophylla,

Links : terrestrisch T. latifolia var. divaricata HR 2182, Rio Chancay, Lambayeque,
Foto in Kultur..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

T. tectorum var. tectorum am Westabhang der Cordillera Negra , Casma, 2800m, Ancash

 

Zu den häufigsten Tillandsien, denen man an vielen verschiedenen Stellen und Höhenlagen immer wieder begegnet, ist die Gruppe um T. tectorum.

 

Rechts :  T. tectorum fa. gigantea, und zwar eine epiphytisch wachsende Form aus Nordperu (übrige Vorkommen Ekuador und terrestrisch), Rio Chamaya, 500m, Cajamarca.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links: die stammlose Varietät T. tectorum var. globosa, Rio Utcubamba,1700m, Amazonas.

 

 

Links oben : so wie die Blätter ist auch der gesamte Blütenstand der T. tectorum var. viridula mit nadelfeinen Schuppen besetzt. Der Name dieser Varietät ist vom etwas grünlichen Aussehen der Blattrosetten abgeleitet.

 

Mit zunehmender Höhe wird es  auf den Andenabhängen feuchter, und besonders im nördlichen Teil des Landes befand sich T.dudleyi, 3100m, Cuzcoursprünglich unterhalb der Gipfelregion ein kühler, feuchter Nebelwald, auf der westlichen Kordillerenkette nur im nördlichen Teil des Landes, am Andenostrand aber die Hänge bedeckend und in den warm- feuchten Regenwald des Amazonasbeckens übergehend.

T. dudleyi im Nebelwald oberhalb Calca, 3100m, Cuzco

 

 

 

 

 

 

 

links : Nebelwaldreste in einer Schlucht an der Passhöhe Abra Chanchillo, 3400m, Depto. Amazonas

 

 

 

Gerade die Nebelwälder gehören zu den am meisten gefährdeten Biotopen - das luftige, angenehme Klima und die ausreichende Feuchtigkeit ziehen immer neue Siedler an, immer größere Waldflächen werden abgebrannt und sogar Steilhänge zu Viehweiden und Äckern umgewandelt, und von der vielfältigen,  auf dieses Klima angewiesenen Epiphytenvegetation ist nach wenigen Jahren kaum mehr etwas übrig.

Es wird ja auch immer trockener, wenn erst einmal der Wald weg ist.

Die rasch fortschreitende Vernichtung des Regenwaldes im Amazonasbecken ist ja allgemein bekannt, und Peru ist hier leider keine Ausnahme.

 

 links unten: T. ionochroma im Nebelwald oberhalb Huancabamba (1978!), 3200 m, Piura, Nordperu.

T.ionochroma, 3000m, PiuraRacinea tetrantha, 3400m, Amazonas

links: eine Standortform von Racinea tetrantha mit auffallender Pseudobulbe auf Restbeständen eines ehemaligen Nebelwaldes, nunmehr Weideland, Abra Chanchillo, 3400m, Amazonas, Nordperu.

 


 

 

 

 

Rechts : T. huarazensis wächst auf Felsen am Rand des Rio Saña-Tales bei
Huaraz, Cordillera Negra, ca. 3000 m, Ancash

 

 

 

 

 

T. ermitae (links ) und T. nana (unten, Palca, 2300m, Junin) sind ebenfalls Bewohner größerer Höhen in der Cordillera Negra

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechts : Tillandsia (Vriesea) patula wächst in Höhen zwischen 2400 und 3200m   an der oberen Grenze des Nebelwaldes und braucht es auch in Kultur etwas feuchter. Palca, Junin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das "Tor" zu den Lagunen von Llanganuco ist ein Stein- und Schuttwall, die Endmoräne des ehemaligen Gletschers. Sowie die abgeschliffenen Steilwände des Trogtales sind auch die Felsblöcke am Eingang bewachsen mit zahlreichen Trichtertillandsien, deren Blätter durch die intensive Sonneneinstrahlung leuchtend rot gefärbt sind. 

 

 

Neben Gruppen der kleiner bleibenden T. humilis (eine davon links oben an der Kante) gibt es hier auch eine besonders schöne (und sehr heikle) Form der T. walteri mit schlanken, schmalen Trichtern und dünnen, zartgrünen Blättern, die infolge der Höhe weinrot gefleckt sind. 

T. humilis ist eine in größeren Höhen ziemlich häufige Art, die infolge ihrer weiten Verbreitung sehr vielgestaltig ist.

Die kleinsten Formen sind blühend kaum größer als 12 cm, die größten erreichen mit ihrem weit verzweigten Blütenstand  50 - 60 cm Höhe. Auch die Blütenfarbe variiert, von dunkel violettbraun über braun und gelbbraun, an wenigen Standorten blühen die Pflanzen  sogar rein gelb. Alle Blüten von T. humilis duften sehr stark. Mit dieser Art häufig verwechselt wird T. aurea (nur ein Vorkommen in Ancash, Peru), deren gelbe Blüten aber völlig duftlos sind.

 

 

 

 

 

Der Bewuchs mit Trichtertillandsien reicht noch bis in viel größere Höhen als hier an der Talsohle in 3860 m.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die beiden Lagunas de Llanganuco liegen am Talboden des tief in die Cordillera Blanca eingeschnittenen Trogtales eines ehemaligen Gletschers und am Fuß des Nevado Huascaran, der mit 6768 m der Höchste Berg Perus und der vierthöchste Südamerikas ist.

Nach einem Erdbeben im Jahr 1970 brach die Nordwestflanke des Berges ab und begrub  die gesamte Stadt Yungay mit 20 000 Einwohnern und 50 000 Menschen im Umland unter den Schlamm- und Geröllmassen.

 

 

 

Mit dem ständig zunehmenden Bevölkerungsdruck steigen aber auch anderswo die Probleme,  zum Beispiel durch die extreme Überweidung auch karger Regionen. Weite Gebiete weisen bereits eine gewaltige Bodenerosion auf, was sich besonders an den dichter besiedelten Abhängen zum Pazifik an der Westkordillere bemerkbar macht.

 

Dagegen haben sich viele der innerandinen Täler in den letzten Jahrzehnten kaum verändert.

Die Bevölkerung hier ist zu ärmlich, noch sehr mit ihren Traditionen verbunden und zum Teil auch bis in die jüngste Zeit durch innenpolitischen Terror so belastet, dass die Technisierung und die damit oft auch verbundene Zerstörung der Natur- bzw. der alten Kulturlandschaft bisher nur langsam vor sich gegangen sind.

 

rechts: beschwerlich und oft auch gefährlich sind die Wege vom Hochland in die Täler; hier eine der wichtigen Straßen von Huamachuco nach Osten in Richtung Amazonasbecken, Depto. La Libertad.

 


 

 

links : Trockental am Río Chamaya in Nordperu, am Fluss unten 500 m hoch.

 

 

 

 

 

 

links : T. hildae HR23027 mit ihren eindrucksvoll gebänderten Blättern, und
T. ecarinata
HR23020 auf Felswänden oberhalb des Rio Chamaya, 600m, Piura, Nordperu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

T. balsasensis, 1200m, Cajamarca

 

rechts : Bougainvillea peruviana auf den Hängen im Tal des Río Marañon bei Balsas, 1600 m Depto. Cajamarca.

 

 

 

 

links : T. balsasensis HR4202 und Submatucana myriacantha mit ihren leuchtend gelborangen Stacheln an einer steilen Felswand
oberhalb des Ortes Balsas am Rio Maranon, 1400m, Amazonas, Nordperu

 


 

 

links : die "Restaurants" am Hauptplatz des kleinen Ortes Balsas am Río Marañon,
1200 m, Depto. Amazonas;
hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein!

 

 

 

 

 

Die auf den steilen Hängen häufig terrassierten Felder und die immer noch intakten Bewässerungkanäle stammen aus der Inkazeit.
Viele der Landbewohner scheinen auch noch so zu leben wie damals, und die meisten Häuser in den kleinen Orten sehen aus, als ob sie hunderte Jahre alt wären. Oft sind sie verlassen, denn der Zustrom in die Slums der Städte hält weiter an.

Die Böden sind zu karg, als dass sich, mit Ausnahme der kleinen Flecken Schwemmlandes an manchen Flüssen, eine Landwirtschaft größeren Umfangs, oder überhaupt ertragreiche Landwirtschaft betreiben ließe, und zumeist sind auch die Hänge zu steil und felsig.

Außerdem fehlt die Feuchtigkeit, da die Wolken den Regen schon im Hochland entlassen, und die Fallwinde in die Täler hinunter sich erwärmen und damit trocken werden.

Auf den Felsen und den zumeist laubabwerfenden Bäumen in den Trockentälern, oft auch auf Säulenkakteen finden sich eine ganze Anzahl Tillandsien und graue Vriesea- Arten.

Hippeastrum spec. im lockeren Uferwald am Rio Utcubamba, 1400m, Dept. Amazonas 

 

 

T. latifolia v. divaricata, 2800m, Ancash

 

 

links : Weberbauerocereus albus mit T. latifolia var. divaricata und T. aurea HR4219
 bei Masin, 3000 m, Ancash;
T. aurea ist bisher nur von einem kleinen Abschnitt im Tal des Rio Puccha bekannt.

 

 

 


 

 

T. aurea HR4219, Masin, 3000m, Ancash; die Blüten sind zum Unterschied von gelbblühenden Formen bei T. humilis völlig duftlos.

 

 

 

 

 

 

 

rechts : eine ebenso seltene, noch kleinere Verwandte dieser Art aus dem
nördlicher gelegenen Marañon-Tal bei Balsas wurde als
T. aurea var. minor beschrieben;
ihre Blüten sind weniger ansehnlich, aber recht eigenartig (Foto oben).

 

Vielgestaltig ist auch der Formenkreis um T. paleacea und T. streptocarpa, die beide ein sehr großes Verbreitungsgebiet haben 

Links eine Form vom Rio Apurimac, Mittelperu, die zwar sehr kurze, breite Blätter hat, nur 1-2 ziemlich breite Ähren und sehr große, dunkle Blüten.

 

links und unten links: T. paleacea ssp. apurimacensis, Rio Pachachaca, 2700m, Apurimac. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechts : T. kirschnekii von einer Felswand bei Abancay, 1800m, Apurimac.

 

T. paleacea ssp.apurimacensis f.disticha, 2500m, Apurimac

 

 

 

 

 

links : T. paleacea ssp. apurimacensis fa. disticha,WT182,
vom Oberlauf des Rio Pachachaca, 2700m, Apurimac, Südperu

 

 

 

 

 

rechts : eine Seltenheit und sehr gefährdet ist die schöne T. reuteri aus dem Utcubamba- Tal,
1200 m, Depto. Amazonas; nur mehr ein Relikt auf Schattenbäumen in Kaffeeplantagen ?


Wie auch aus anderen Ländern bekannt, sind die epiphytischen Tillandsienarten, die Bäume, Büsche und auch Säulenkakteen bewohnen, zumeist mit wenig Abweichungen weit verbreitet. Zu ihnen gehört zum Beispiel T. cacticola, die fast ausschließlich epiphytisch wächst.

 

 

 

links : T. cacticola HR2099b, Tal des Rio Crisnejas, 2000 m, Cajamarca

 

 

Es gibt aber speziell in Peru mit seinen tief eingeschnittenen, durch hohe Gebirgsmassive voneinander isolierten Tälern auch baumbewohnende Arten und Varietäten, die nur ein kleines Areal in einer bestimmten Höhenlage besiedeln, wie zum Beispiel T. reuteri, T. aurea und T. aurea var. minor

 

 


Bei felswachsenden Arten ist dieses Phänomen ja bekannt. Die meisten sind auf ein ganz kleines Gebiet beschränkt, auf wenige Felswände eines einzigen Tales, manche sind sogar auf nur einer einzigen Felswand endemisch.

Zu diesen seltenen Arten mit sehr kleinem Verbreitungsgebiet gehören in Peru zum Beispiel T. balsasensis, T. spiraliflora, T. (Vriesea) curvispica, T. krahnii und einige in neuerer Zeit entdeckte Arten aus der Verwandtschaft von T. tectorum:

rechts: T. chusgonensis ist eine der klein bleibenden neueren Arten aus der Gruppe um T. tectorum, beheimatet an steilen Felswänden in 2500m Höhe, La Libertad. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

links und unten: T. tomekii und ihr Standort, senkrechte Sandsteinwände an einem Nebenfluss des Río Marañon, 2400m, Ancash. Es ist eine der wenigen nahezu stammlosen Arten aus dem Formenkreis.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ähnlich, aber nicht völlig identisch mit T. malyi und terrestrisch wachsend: HR 24132, 200m, Ancash.

 

 rechts: die Polster von T. stellifera bestehen aus vielen kleinen Einzelpflänzchen; Ancash, 3000 m.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links: ebenfalls an steilen Felswänden wächst T. oblivata mit etwas kralligen Blättern und ziemlich kleinen Rosetten.  Ihr Name weist darauf hin, dass die Pflanzen über lange Zeit unbeachtet geblieben waren, obwohl ihr Heimatstandort am Rio Chilete in Nordperu an einer der wichtigsten und frequentiertesten Straßen liegt. 1900m, Cajamarca. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechts: T. heteromorpha var. heteromorpha ist eine ziemlich formenreiche Gruppe kleiner Pflanzen mit deutlicher Stammbildung, aber sehr kompaktem Wuchs. Rio Puccha, 3000m, Ancash.  

 

 

 

 

 

Links: Ebenfalls ein Neufund war die kleine T. lithophila, stammlos und mit etwas kralligen Blättern,
Prov. La Libertad, Nordperu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese und die übrigen bisher bekannten Arten aus der Verwandtschaft von T. tectorum aus Peru und Ekuador werden im  Sonderheft 5  der Deutschen Bromeliengesellschaft behandelt.

 Kontaktadressen für Interessierte: http://www.dbg-web.de/Sonderheft5.htm,

http://www.dbg-web.de/publikationen.htm 

oder dbg-geschaeftsstelle@dbg-web.de

 

 

Oben: Inkaheiligtum und Typuslokalität von T. gutteana sind die bizarren Felsformationen von Cumbe Mayo, in 3700 m Höhe oberhalb derStadt Cajamarca gelegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rechts: T. gutteana, eine Pflanze von der Typuslokalität in Cumbe Mayo.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links: Puya raimondii ist die größte Bromelie; ihr Blütenstand kann bis zu 12 m hoch werden; Quebrada Pachacoto, Cordillera Blanca, 4500 m, Zentralperu

Unten: "Anden- Edelweiß" (Culcitium canescens) mit Huascarán, 6768 m, Weiße Kordillere, Ancash.